Kinder- und Jugendliteratur 1945-1960

 

Auch für die Kinder- und Jugendliteratur (KJL) stellt sich nach 1945 die Frage nach radikalem Neubeginn oder Rückbesinnung auf literarische Traditionen aus den Zeiten vor 1933.

Erich Kästner schließt an seine Erfolge der frühen 1930er Jahren an, mit Kurt Knaaks Hornissenvolk finden wir noch 1948 eine Weiterführung der NS-Ideologie, "linientreue" Autoren der NS-Zeit wie Hans Baumann oder Alfred Weidenmann schreiben nach 1945 mit veränderten Themen und Einstellungen, aber dennoch erfolgreich weiter.

Neue Werke verändern die Leselandschaft (z.B. von Otfried Preußler oder James Krüss), schließlich internationalisiert sich der deutsche Jugend-buchmarkt nach der Internationalen Kinderbuchausstellung in München 1946.

Am Beispiel der KJL können Phänomene des literarischen Marktes, der Mentalitäts- und Literaturgeschichte nach Ende des Zweiten Weltkriegs untersucht werden - und nicht zuletzt wollen wir einige "Klassiker" auf ihre zeitgenössische und andauernde Wirkung hin befragen.